|
Wir Menschen sind für Bewegung geschaffen, wir brauchen sie!
In unserer technisierten Umwelt wird dies leicht vergessen und vernachlässigt.
Nicht so am Paul-Julius-Reuter-Berufskolleg! Bei uns ist das Unterrichtsfach Sport/Gesundheitsförderung, wie auch an allen anderen Berufskollegs in NRW, in allen Bildungsgängen ein Pflichtfach des berufsübergreifenden Lernbereichs. Es soll die berufliche Qualifikation ergänzen und zur allgemeinen Kompetenzentwicklung der Schüler beitragen. Mit dem Beginn einer Berufsausbildung (z. B. Automobilkaufleute, Bürokaufleute) oder eines „kaufmännischen“ Vollzeitbildungsganges (z. B. Berufsfachschule, Fachoberschule) kommt es bei unseren Schülern zu weitreichenden Veränderungen ihrer bis dahin gewohnten Lebensumwelt.
Es kommt u. a. zu,
- einer Doppelbelastung von schulischer und beruflicher Ausbildung bzw. nebenberuflicher Arbeitstätigkeit zur Bestreitung des Lebensunterhaltes,
- einer Zunahme der körperlichen Belastungen, Monotonie der Arbeitsbewegungen und Körperhaltungen,
- einer zunehmenden Eigenverantwortung für Lern- und Arbeitsleistungen als Basis einer späteren beruflichen Karriere und
- einer zeitlichen Reduzierung der Freizeitaktivitäten durch Einstieg in eine Berufsausbildung bzw. einen Vollzeitbildungsgang am Paul-Julius-Reuter-Berufskolleg.
Im Ergebnis führen diese Veränderungen dazu, dass Berufsschüler deutlich weniger Sport treiben als Schüler anderer Schultypen (WIAD-AOK-DSB-Studie, 2003). Unter Berücksichtigung dieser Veränderungen und Entwicklungen, kommt dem Sportunterricht an den Berufskollegs verstärkt die Aufgabe zu, den „Aspekt der Gesundheit und körperlichen Leistungsfähigkeit für und in der Welt der Arbeit zu thematisieren, auf Gefahren hinzuweisen und Alternativen aufzuzeigen“ (Brodbeck, 2003). Nicht eine einzelne Sportart oder die Gesundheitsförderung stehen dabei im Vordergrund, sondern die spezifische Lebenssituation der Schüler und Auszubildenden. Neue Lehrpläne (seit September 2001 sukzessive in allen Bildungsgängen des Berufskollegs eingeführt), ergänzt um die Dimension der Gesundheitsförderung, geben uns Sportlehrern/-innen am Paul-Julius-Reuter-Berufskolleg dazu die notwendigen Grundlagen und Impulse. Wir sind derzeit acht Sportkollegen bzw. –kolleginnen, die (noch - eine eigene Sporthalle für unser Berufskolleg ist in Planung) in städtischen Sportstätten das Fach Sport/Gesundheits-förderung unterrichten. Die im folgenden Schaubild dargestellten sechs Kompetenzbereiche der neuen Lehrpläne bieten für unseren Unterricht vielfältige Perspektiven an und ermöglichen uns gemeinsam mit den Schülern, Unterrichtsthemen berufsbezogen und berufsübergreifend im Sinne der Gesundheitsförderung auszuwählen.
Unsere Zielsetzung Gesundheit im Sportunterricht zu fördern, lehnen wir stark an die Definition der WHO (Weltgesundheitsorganisation) an. Danach ist Gesundheit der Zustand des vollständigen körperlichen, psychischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Fehlen von Krankheit und Beeinträchtigung. Für uns geht es demzufolge bei der Gesundheitsförderung nicht ausschließlich um Inhaltsbereiche wie „Berufliche Belastungen ausgleichen“ z. B. durch Rückenschule, Verbesserung des Herzkreislaufsystems und bewusst gesunde Ernährung. Die klassischen Sportspiele als Mannschaftssportarten (u. a. Basketball, Fussball) leisten ebenso ihren Beitrag mit Aspekten zur Förderung des psychischen und sozialen Wohlbefindens unserer Schüler.
|