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Wir fragen im Religionsunterricht nach Sinn und Leben, Gott und Religion. Wir denken über die Werte und Normen in unserer Zeit nach. Wir suchen nach Maßstäben und Zielen für unsere Lebensplanung und wollen uns danach richten. Wir überlegen, wie sich ethisch-moralische Kompetenz in betriebliche und gesellschaftlichen Bereichen auswirkt. Indem wir persönliche wie berufliche Erfahrungen mit christlichen Ansätzen ins Gespräch bringen, öffnen wir neu oder erneut die Horizonte des Evangeliums.
Religiöse Erfahrungen machen
Der Religionsunterricht kann Raum für spirituelle, religiöse Erfahrungen bieten. Spiritualität bedeutet "die Spur der eigenen Lebendigkeit entdecken". Es geht um die Art und Weise, wie innere Überzeugungen, Hoffnungen und Wünsche im Hinblick auf eine religiöse und grundmenschliche Erfahrung als Teil des eigenen Wesenszur Geltung kommen. Denn Religion und Religiosität ist nicht nur sinnstiftend (d.h. als Orientierung gebend und ordnungsstiftend zu verstehen), soziologischer Kitt (im Sinne einer Anpassung an herrschende Vorstellungen) oder ethisierend (Diskurs und Manifestation von Normen). Religion beinhaltet auch das Element der Wahrnehmung des chaotischen, häufig bruchstückartigen Lebens. Gerade Heranwachsenden wird dies in ihrer entwicklungsbedingten, soziologischen und beruflichen Lebenssituation bewusst. Das Gelingen ereignet sich, es ist nicht machbar - und auch nicht an bestimmten äußeren Ergebnissen ablesbar.... Jeder Mensch hat seine eigene Zeit und seinen eigenen Zugangsweg. ... Wir können durch Beobachten und Nachfragen feststellen, wo Hindernisse liegen. Wir können Fragen oder Wünsche aufnehmen und unsere Angebote entsprechend gestalten. Dann öffnet Religionsunterricht den Zugang zum inneren Empfinden und Befinden, zu dem, was neben allem Sinn und aller Norm in jedem von uns gefühlt und gefragt wird. Spiritualität als Teil des Glaubens, als Teil von Religion am Berufskolleg ist deshalb ein wesentlicher Zugang zu einer ganzheitlichen Lebens- und Glaubenserfahrung, zur eigenen lebensgeschichtlichen Tiefe.
Im täglichen Arbeiten am Berufskolleg erleben wir zweierlei: Zum einen, eine Fremdheit, nicht nur der Schülerinnen und Schüler in Bezug auf jegliche Form von Stille, Besinnung, gar spiritueller Momente. Bedingt auch durch "Hektik und Leistungsdruck, Überbetonung des Rationalen, seelenlose Technisierung weitester Lebensbereiche ... Es fällt auf, dass nicht nur Jugendliche mit unterschiedlichsten Reizen überflutet werden, den verschiedensten Möglichkeiten, Vorgegebenheiten und Forderungen ausgesetzt sind. Unsere Sinne sind eher geschärft für naturwissenschaftliche Erkenntnisse und Experimente". Aber auch die grundsätzliche Distanz zu kirchlichen Ritualen (im evangelischen Raum zumeist sowieso selten) führt zur Fremdheit im Umgang mit Spiritualität. Zum anderen aber erleben wir Offenheit und Interesse an anderen und ungewohnten Formen, die "Wege zum inneren Wachstum" eröffnen und die Defizite im alltäglichen Selbsterleben auffangen. Die zeigt sich in besonderen Lebenssituationen und Festen (z.B. Schulabschluss).
Wie wichtig dieser Zugang für die berufliche Bildung geworden ist, zeigt sich in den Anforderungsprofilen, die Ausbildungsbetriebe und Gesellschaft im Ganzen an unsere Schülerinnen und Schüler stellen. Auszubildende sollen mehr als nur Fachkompetenz einbringen können. "Wissen und Können allein reichen nicht . Du wirst in einem Unternehmen nur erfolgreich arbeiten können, wenn du auch über bestimmte Grundhaltungen, Einstellungen und persönliche Eigenschaften verfügst". Konkret sind damit gemeint "persönliche Eigenschaften, also zum Beispiel Fähigkeit zur Kritik und Selbstkritik, Sorgfalt - Gewissenhaftigkeit, Kreativität - Flexibilität, Verantwortungsbereitschaft - Selbstständigkeit, Zuverlässigkeit, aber auch soziale Eigenschaften, wie Kooperationsbereitschaft - Teamfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Toleranz".
Mit verschieden Themenzugängen versuchen wir dem Rechnung zu tragen:
Sinn finden Auf dem Weg zu einer Antwort auf die Frage nach dem letzten Sinn unseres Lebens möchte unser Unterricht einen Teil beitragen.
Berufsethik Was ist eigentlich krank oder gesund? Sollen wir alles verkaufen, was sich verkaufen lässt? Der Religionsunterricht kann Bezüge zum jeweils konkreten Ausbildungsberuf herstellen aber auch zu Fragen der wirtschaftlichen Ethik .Auch innerbetrieblich kann Berufsethik zur Frage werden. Verständnis fördern Der Religionsunterricht will Verständnis zwischen den Menschen, den Kulturen und Religionen fördern. Dazu reicht nicht die Haltung der desinteressierten Betrachtung der Haltung Anderer, sondern zu Toleranz und Dialog gehört das Interesse am anderen und das Wissen um den eigenen Standpunkt. Persönlichkeit stärken Der Religionsunterricht will die Persönlichkeit jedes einzelnen Schülers, jeder einzelnen Schülerin entdecken, betrachten und stärken und fördern. Gegenwart begreifen Die Gegenwart bildet sich im Auge des Betrachters. Je nach Blickwinkel wird die Wirklichkeit unterschiedlich wahrgenommen und beurteilt. Der Religionsunterricht deckt die verschiedenen Perspektiven auf und fördert das Verständnis für die unterschiedlichen Sichtweisen. Er fördert die Entwicklung eines eigenen Standpunktes und fragt nach dem Verbindenden. Solidarisch handeln Die biblisch begründete Hoffnung, dass alle Menschen gemeinsam an dieser Welt bauen stärkt uns gegen Gleichgültigkeit und Resignation. Mit Schülerinnen und Schülern setzen wir uns für Solidarität und Gerechtigkeit ein. Orientierung gewinnen Das Angebot an Lebensorientierungen und Anforderungen durch Schule, Familie, Gesellschaft und Betrieb ist vielfältig. Im Religionsunterricht werden die verschiedenen Orientierungsmöglichkeiten aufgezeigt und kritisch betrachtet. Jeder Schüler, jede Schülerin soll eine eigene Orientierung gewinnen und begründen können. Unser Angebot ist die christliche Perspektive. Gefühle ernst nehmen Häufig haben wir gelernt Gefühle zu unterdrücken. Sie wahrzunehmen, ernst zu nehmen und konstruktiv mit ihnen umzugehen macht Kommunikation möglich. Konflikte lösen Im Religionsunterricht wollen wir nach Wegen suchen, Konflikte konstruktiv auszutragen. Streiten, ohne sich zu verbiegen, ohne den anderen klein zu machen Wie können wir Konflikte austragen? Wie mit Aggression umgehen? Mit allen Sinnen lernen Kopf, Herz und Hand gehören zusammen - auch in der Schule! Wir versuchen Räume und Möglichkeiten zu finden, in der Schule mit allen Sinnen zu lernen.
Mehr dazu finden Sie hier: www.ekir.de/religionamberufskolleg
An unserem Berufskolleg unterrichten folgende Kollegen das Fach Religion:
- Frau Büttgen
- Herr Großmann
- Herr Paland-Laschet
- Frau Königs
- Frau Lardinoix
- Frau Toussaint
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