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21.7.1816 |
Israel Beer Josaphat wird als Sohn des Witzenhausener Händler und Rabbiner Samuel Levi Josaphat und Betty geb. Sanders in Kassel geboren. |
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1822 |
Kaufmännische Lehre bei einem Onkel in Kassel |
| 1833 |
Israel Beer Josaphat beginnt in Göttingen eine Ausbildung als "Bankkommis" bei seinem Schwager Benfey. Er tauscht seinen Vornamen Israel gegen Julius aus. |
| 1840 |
Umzug in die preußische Hauptstadt Berlin. |
| 1845 |
Am 29.10. besucht Julius Josaphat England und tritt am 16.11. dem christlichen Glauben bei. Er nimmt den Namen Paul Julius Reuter an. |
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23.11.1845 |
Heirat mit Ida Maria Magnus, Tochter eines Berliners Bankiers. |
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1847 |
Reuter kauft sich in "Stargardt", einem angesehenen Berliner Verlagshaus mit angeschlossener Buchhandlung als Kompagnon ein. |
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1848 |
Reuter und Stargardt publizieren in dieser Zeit der Unruhe eine Reihe politischer Schriften, die sich im weitesten Sinne als "demokratisch" umschreiben lassen. Während sich Stargardt damals betont vorsichtig verhält, ist Reuter die treibende Kraft von Äußerungen demokratischen Bewußtseins. Um dem Zugriff der preußischen Polizei zu entgehen, emigriert er nach Paris. Bei seiner Arbeit als Übersetzer im Nachrichtenbüro von Charles Havas, sammelt Reuter unschätzbare Erfahrungen mit der Vermittlung und Vermarktung von Nachrichten jeder Art. |
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1849 |
Im Frühjahr eröffnet er in Paris sein erstes Nachrichtenbüro, welches jedoch im Spätsommer wieder geschlossen wird. |
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1849/50 |
Preußen macht seine Telegraphenlinie Berlin-Aachen dem öffentlichen Gebrauch zugänglich. Bernhard Wolff gründet ein Telegraphenbüro in Berlin und sicherte sich damit das Monopol der Übermittlung von Wirtschaftsnachrichten aus der aufstrebenden Metropole. Reuter bleibt nichts anderes übrig, als überstürzt nach Aachen zu reisen, wo er ein eigenes kleines Telegraphenbüro eröffnet. Bald kann er seinen Kundenkreis auf Köln ausdehnen, wo auch ein Büro eröffnet wird. |
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Frühjahr 1850 |
Die französische Regierung eröffnet eine eigene Telegraphenlinie zwischen Paris und Brüssel. Um die Lücke zwischen Berlin-Aachen und Paris-Brüssel zu schließen, setzt Reuter Brieftauben ein, da sie die Strecke in weniger als 2 Std. fliegen können, der Postzug hingegen braucht fast 9 Std. |
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16.04.1851 |
Schließung des "Reuter Instituts" in Aachen, da die Telegraphenlinie nun ohne Unterbrechung von Paris nach Berlin geht. |
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14.06.1851 |
Paul Julius Reuter zieht nach London. |
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10.10.1851 |
Anmietung von zwei Räumen in den Royal Exchange Buildings No. 1 und Eröffnung des Telegraphenbüros. |
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13.11.1851 |
Eröffnung der ersten Kabelverbindung zwischen Dover und Calais. Reuter nutzt die Technik und schließt einen Vertrag mit der Londoner Börse. "Mr. Reuter´s Office" belieferte 2mal täglich gegen eine festgelegte Jahresmiete Börsenmakler und Geschäftsleute in Paris und London mit den Eröffnungs- und Schlußkursen beider Hauptstädte. Wenig später kann er den Wirtschaftsdienst auf Amsterdam, Berlin, Wien und Athen ausdehnen. |
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1856 |
Erste Übereinkunft mit den zwei damals einzigen Nachrichtenbüros Havas und Wolff über eine gemeinsame Nachrichtensammlung und -auswertung. |
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März 1856 |
Paul Julius Reuter wird britischer Staatsbürger. Der englische Außenminister Lord Clarendon verleiht ihm das Privileg, Kopien der Telegramme zu verwenden, die das Außenministerium aus Indien erhält. |
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Oktober 1858 |
Reuter bietet potentiellen Kunden einen "14-tägigen kostenlosen Probeservice" an. Damit war in das Pressewesen auch das Prinzip der Werbung durch Subskription und Rabatt eingebracht. |
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1859 |
Beim Neujahrsempfangs wird ein Reuter-Korrespondend Zeuge von Worten die der französische Kaiser an den österreichischen Botschafter richtet. Die nach London gekabelten Worte besagen, daß sich Napoleons Beziehung zu der österreichischen Regierung abgekühlt habe. Nun gibt es in London zahllose Gerüchte über Napoleons Antrittsrede vor dem französischen Parlament am 7. Februar. Reuter bittet den französischen Hof, ein Manuskript der Rede vorab erhalten zu dürfen. Sie stimmen dem ungewöhnlichen Wunsch unter der Bedingung zu, daß Reuters Pariser Korrespondent das Siegel des Manuskriptes erst bei Redebeginn löst. Die Unterseekabelgesellschaft hatte eine Stunde ihrer Übertragunszeit exklusiv an Reuter verkauft. Als die ersten Worte erklingen, werden sie bereits nach London übermittelt. Schon um 13:00 Uhr wird Napoleons flammende Rede in Reuters Londoner Büro ins Englische übersetzt. Damit ist seine Idealvorstellung des Pressewesens erreicht: Nahezu zeitgleich mit dem Ereignis wird die Nachricht übermittelt und bereits um 14:00 Uhr reißen die Passanten in der Londoner City den Zeitungsjungen die Extrablätter aus den Händen. |
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1863 |
Reuter errichtet heimlich eine neue Telegraphenlinie zwischen Crookhaven, in der südwestlichen Spitze Irlands und Cork, wo das bereits wenige Jahre zuvor verlegte Kabel zwischen England und Irland endete. Diese Leitung diente dem Zweck, den Inhalt der vor der irischen Küste von Amerikanischen Postschiffen abgeworfenen und von gecharterten Kuttern aufgefischten speziellen Reuter-Kanister früher als andere in London zu veröffentlichen. |
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15.04.1865 |
Zwei Wochen schneller als alle europäischen Konkurrenten hört Reuter in Londoner von dem Attentat auf Abraham Lincoln. Sein Überseekorrespondent McLean erfährt in New York von dem Anschlag, verschließt die Nachricht in einem Kanister, chartert eine Barkasse und schleudert den Kanister gerade noch auf das bereits nach England auslaufende Postschiff. |
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1865 |
Reuter erhält von König Georg V. von Hannover die Erlaubnis, ein Kabel von England nach Norderney zu verlegen. Zur Deckung der immensen Kosten wandelte Reuter sein Büro in eine AG um. Sie firmiert als "Reuters Telegraphic Comp Incorporated". |
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1869/70 |
Die britische Regierung kauft alle Kabelrechte auf und kommt Februar 1870 auch mit Reuter überein, das Kabel nach Nordeney für den stattlichen Preis von 726.000 Pfund zu übernehmen. |
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1870 |
Reuter, Havas und Wolff unterschreiben ein Abkommen, das jedem der drei Nachrichtenmagnaten seine Einflußsphäre in der Welt sichert. |
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1871 |
Das Hauptquartier in London wird nach Olf Jewry verlegt. |
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07.09.1871 |
Paul Julius Reuter wird von Herzog Ernst II zu Sachsen-Coburg-Gotha in den erblichen Adelsstand eines Freiherrn erhoben. Aber erst 20 Jahre später werden ihm die Privilegien eines Barons von der britischen Königin Victoria bestätigt. |
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1878 |
Im Mai tritt der alte Baron Reuter als Generaldirektor zurück. Die Leitung legt er in die Hände seines Sohnes Herbert. |
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25.02.1899 |
Baron Paul Julius Reuter stirbt in Nizza. |